Definition
Scan to BIM bezeichnet den Prozess, bei dem bestehende Gebäude mithilfe von 3D-Laserscanning digital erfasst und die gewonnenen Messdaten anschließend in ein strukturiertes BIM-Modell überführt werden. Bei der Vermessung entsteht zunächst eine dreidimensionale Punktwolke, die die sichtbare Gebäudegeometrie abbildet.
Aus diesen Messdaten wird ein digitales Gebäudemodell erstellt, das Wände, Decken, Fenster, Türen und weitere Bauteile als strukturierte Modellelemente enthält. Im Gegensatz zu einer reinen Punktwolke können BIM-Modelle zusätzliche Informationen über die modellierten Bauteile enthalten. So entsteht eine digitale Bestandsgrundlage für Planung, Sanierung und Gebäudemanagement.

Scan to BIM am Beispiel des Sonderpädagogischen Zentrums Coburg: Von der dreidimensionalen Punktwolke zum digitalen BIM-Bestandsmodell.
Vorteile
Viele Bestandsgebäude verfügen über unvollständige oder veraltete Bauunterlagen. Durch Scan to BIM entsteht ein digitales Gebäudemodell auf Grundlage aktueller Vermessungsdaten.
Ein präzises BIM-Bestandsmodell hilft dabei, geometrische Abweichungen frühzeitig zu erkennen und Planungsprozesse besser abzustimmen.
Architekten, Fachplaner und weitere Projektbeteiligte können auf einer gemeinsamen digitalen Datengrundlage arbeiten.
Ein BIM-Bestandsmodell kann über die ursprüngliche Planungsaufgabe hinaus genutzt und für zukünftige Sanierungen, Umbauten oder das Gebäudemanagement weiterentwickelt werden.
Detaillierungsgrad
Welcher Detaillierungsgrad ist für Ihr Projekt sinnvoll?
Nicht jedes Gebäude benötigt denselben Modellierungsgrad. Der sogenannte Level of Detail (LOD) beschreibt den Detaillierungsstand von Modellelementen und wird häufig verwendet, um Anforderungen an BIM-Modelle zu vereinbaren. Die LOD-Systematik stammt ursprünglich aus der Neubauplanung, wird in der Praxis jedoch auch für die BIM-Bestandsmodellierung eingesetzt.

Unterschiedliche Modellierungsgrade im Vergleich. Je nach Projektanforderung variiert die geometrische Detaillierung des BIM-Modells.
Bei LOD 100 wird das Gebäude als vereinfachtes Volumenmodell dargestellt. Die grundlegende Gebäudeform ist erkennbar, einzelne Bauteile wie Fenster, Türen oder Fassadenelemente werden noch nicht detailliert abgebildet.
Bei LOD 200 werden zusätzliche Gebäudebauteile wie Fenster, Türen, Wände und Dachflächen dargestellt. Die Gebäudestruktur wird differenzierter abgebildet, während kleinere Details und komplexe Bauteilgeometrien vereinfacht bleiben.
Bei LOD 300 werden die Gebäudebauteile mit einem höheren geometrischen Detaillierungsgrad modelliert. Zusätzliche Elemente, feinere Bauteilstrukturen und spezifische geometrische Eigenschaften ermöglichen eine deutlich detailliertere Darstellung des Gebäudebestands.
Der erforderliche Detaillierungsgrad wird entsprechend den Projektanforderungen festgelegt.
Neben dem geometrischen Detaillierungsgrad ist entscheidend, welche Informationen tatsächlich benötigt werden. Der Level of Information Need (LOIN) beschreibt den erforderlichen Informationsbedarf eines BIM-Modells. Nach DIN EN 17412-1 werden dabei insbesondere drei Aspekte betrachtet.
Der erforderliche Informationsumfang wird entsprechend dem jeweiligen Anwendungsfall festgelegt. So vermeiden Sie unnötige Modellierungsaufwände und erhalten genau die Informationen, die Sie für Ihr Projekt benötigen.
Ablauf
01
Wir erfassen die vereinbarten Gebäudebereiche mithilfe moderner 3D-Laserscanning-Verfahren. Alternativ verwenden wir bereits vorhandene Punktwolken, sofern diese die erforderliche Qualität aufweisen.
02
Die Messdaten werden verarbeitet und als Grundlage für die Modellierung verwendet. Dabei erstellen wir die vereinbarten Gebäudeelemente entsprechend dem festgelegten Informationsbedarf.
03
Das BIM-Modell wird entsprechend den vereinbarten Anforderungen geprüft und in den gewünschten Datenformaten bereitgestellt. Wir arbeiten in Revit, Allplan und Archicad und decken damit die drei marktführenden BIM-Programme ab.
Für wen
Digitale BIM-Bestandsmodelle schaffen eine strukturierte Grundlage für die Planung von Sanierungs- und Modernisierungsmaßnahmen.
Bei Umbauten unterstützt ein BIM-Modell die Planung auf Grundlage der vorhandenen Gebäudestruktur.
Architekten und Fachplaner erhalten präzise digitale Gebäudemodelle als Grundlage für ihre weitere Planung. Neben As-Built-Modellen, die den tatsächlich vorhandenen Gebäudebestand abbilden, erstellen wir auch As-Planned-Modelle zur Darstellung des geplanten Bauzustands.
Durch den Abgleich von As-Planned- und As-Built-Modellen ermöglichen wir eine digitale Baufortschrittskontrolle. So lassen sich Abweichungen zwischen Planung und tatsächlicher Ausführung frühzeitig erkennen, dokumentieren und gezielt überprüfen.
Für Wohnungsunternehmen ermöglicht Scan to BIM die strukturierte Modellierung einzelner Immobilien und umfangreicher Gebäudebestände.
Öffentliche Auftraggeber können BIM-Bestandsmodelle für die digitale Dokumentation und Weiterentwicklung ihrer Immobilien nutzen.
Strukturierte BIM-Modelle können als Grundlage für digitale Gebäudedokumentationen und Anwendungen im Facility Management dienen.
Referenzen
Vermessungsexpertise trifft digitale Gebäudemodellierung. Ein zuverlässiges BIM-Bestandsmodell beginnt mit einer präzisen geometrischen Datengrundlage. Mit über 10 Jahren Erfahrung in der digitalen Gebäudevermessung kennen wir die Herausforderungen bestehender Immobilien. Wir verbinden moderne Vermessungstechnologie mit strukturierter BIM-Modellierung und begleiten unsere Kunden von der digitalen Bestandsaufnahme bis zum fertigen Gebäudemodell.
Kosten
Die Kosten für Scan to BIM hängen vom Umfang der Gebäudevermessung und den Anforderungen an die BIM-Modellierung ab.
Wenn bereits geeignete Punktwolken vorhanden sind, kann die BIM-Modellierung auch ohne erneute Gebäudevermessung erfolgen und fällt dementsprechend günstiger aus.
Sie möchten ein BIM-Bestandsmodell erstellen lassen? Senden Sie uns die Eckdaten Ihres Projekts. Wir erstellen Ihnen ein individuelles Angebot.
Wesentliche Faktoren sind:
Scan to BIM bezeichnet die Erstellung eines digitalen BIM-Bestandsmodells auf Grundlage dreidimensionaler Vermessungsdaten, beispielsweise aus einem 3D-Laserscan.
Eine Punktwolke besteht aus dreidimensionalen Messpunkten, die die erfasste Gebäudegeometrie abbilden. Ein BIM-Modell enthält dagegen strukturierte Gebäudeelemente, denen zusätzliche Informationen zugeordnet werden können.
Ja. Wenn die Punktwolke ausreichend vollständig und für den vorgesehenen Zweck geeignet ist, kann sie als Grundlage für die BIM-Modellierung verwendet werden.
LOD beschreibt in einer verbreiteten BIM-Systematik den Detaillierungsgrad von Modellelementen. LOIN legt dagegen fest, welche geometrischen und alphanumerischen Informationen sowie welche Dokumentation für einen bestimmten Anwendungsfall tatsächlich benötigt werden.
Scan to BIM eignet sich für Wohngebäude, Büroimmobilien, öffentliche Gebäude sowie Industrie- und Gewerbeobjekte.
Die Bearbeitungsdauer hängt von der Gebäudegröße, der Komplexität, dem gewünschten Modellierungsgrad und der Qualität der vorhandenen Messdaten ab. Als Richtwert benötigen wir für ein Gebäude mit 5.000 m² Bruttogrundfläche (BGF) etwa drei Wochen von der Vor-Ort-Erfassung bis zur Fertigstellung des BIM-Bestandsmodells.